Call for papers

CfP Figuren und Aspekte der Masse und des Individuums in der kapitalistischen Moderne (XIX-XXI. Jahrhundert)

11. August 08:00

Anbei finden Sie den CfP (auf französisch, deutsch und englisch) für das Junges Forums „Figuren und Aspekte der Masse und des Individuums in der kapitalistischen Moderne (XIX-XXI. Jahrhundert)“, das am 26. und 27. Februar 2021 am Zentrum Marc Bloch stattfinden wird.

Der CfP richtet sich an Masterstudent*innen, Doktorand*innen und Postdoktorand*innen, die sich für dieses Thema interessieren. Wir freuen uns besonders auf Bewerbungen von Zentrist*innen.

Bitte senden Sie ein Abstract (Französisch, Deutsch oder English) von 300 Wörtern und eine kurze biographische Notiz bis zum 31. Oktober 2020 an folgende E-Mail Adresse: jfmasseindividu@gmail.com


Call for Papers: Interdisziplinäre Tagung „Junges Forum“

Figuren und Perspektiven auf die Masse und das Individuum in der kapitalistischen Moderne (XIX-XXI Jahrhundert)

26.-27. Februar 2021, Marc Bloch Zentrum, Berlin

Ziel dieses Jungen Forums ist, die Relevanz und Angemessenheit von literarischen, politischen und konzeptuellen Figuren zu untersuchen, die die „Masse“ und das Individuum gegenüberstellen. Junge Forscher*innen aus der Soziologie, Literaturwissenschaft, Geschichtswissenschaft, Philosophie, Psychologie und Politikwissenschaft sind dazu eingeladen, die vielfältigen Dimensionen dieses Themas zu aktualisieren und zu diskutieren.

Spätestens seit dem Arabischen Frühling mit Beginn im Jahr 2011 haben Repräsentationen der „Masse“, der „Menge“ oder auch des „Volkes“ eine neue Relevanz gewonnen. Wir erleben eine Zunahme der Fälle, in denen das politische Schicksal eines Landes oder einer Region mehr oder weniger unerwartet stark von der Aktion großer Menschenkontingente beeinflusst wird, sei es durch Demonstrationen und Versammlungen auf der Straße oder durch Proteste in den sozialen Medien. Der Begriff der Masse impliziert zwar seit seiner Entstehung zu Beginn der kapitalistischen Moderne eine reaktionäre Auffassung von kollektivem Handeln, in dem die individuelle Rationalität durch ein irrationales Verhalten angeblich ersetzt wird. Andererseits versprach die „Masse“, insbesondere während des gesamten 20. Jahrhunderts, auch Hoffnung auf revolutionäre Kämpfe. Ist es überhaupt möglich, diesen Begriff zu verwenden, ohne in eine vollständige Verurteilung des kollektiven Handelns oder in eine unreflektierte Aufwertung zu verfallen? Sollten wir immer noch an der Opposition zwischen der Masse und dem Individuum festhalten? Das V erhältnis zwischen Masse und Individuum kann unter verschiedenen Gesichtspunkten untersucht werden: Wie kann eine Masse sich als politisches Subjekt konstituieren? Mit welchen Mitteln und aus welchen Perspektiven stellen künstlerische Werke die Beziehung zwischen der Masse und dem Individuum dar und wie verändern sie diese? Welche Umgestaltungen erfährt die Masse als Objekt der Sozialwissenschaften? Wie wirkt sich die kapitalistische Moderne auf die moralische und psychische Autonomie der Individuen aus?

Die Vorträge können eines oder mehrere der folgenden Themen bevorzugen, aber auch andere Perspektiven öffnen:

Volk, Masse, Menge und Staat.

Hier geht es darum, unser Verständnis von der Beziehung zwischen Masse und Politik zu aktualisieren. Es wird daher notwendig sein, das Verhältnis zwischen Masse, Klasse, Volk und spezifischen Regierungsmodalitäten zu hinterfragen. Was sind die Unterschiede zwischen den Begriffen „Masse“ und „Volk“? Zugleich laden wir dazu ein, die verschiedenen Wege zu erforschen, auf denen sich die Menge jenseits bestimmter Regierungsregime organisiert. Können wir sagen, dass die Masse über eine autonome Macht, sich zu organisieren, verfügt? Wenn ja, auf welche Weise kann die Menge diese Stärke nutzen, um sich gegen bereits konstituierte politische Mächte zu wehren?

Künstlerische Singularität und anonyme Masse.

Die industrielle Revolution, das Aufblühen des Konsumverhaltens und die Urbanisierung haben grundlegende Veränderungen in der künstlerischen Tätigkeit bewirkt. Die Faszination oder der Spuk der Masse erstreckt sich über Hunderte von künstlerischen W erken im Laufe der Jahrhunderte. Diese Darstellungen können einen reaktionären und/oder emanzipatorischen Aspekt der Masse zum Ausdruck bringen, sowohl in den Kunstwerken selbst als auch in ihrer Rezeption durch die Öffentlichkeit. Welches Verhältnis ist zwischen künstlerischen Darstellungen und historischen Phänomenen zu erkennen? Wie können Schriftsteller*innen, Maler*innen, Filmemacher*innen uns helfen, dieses Phänomen besser zu verstehen und ihre Darstellungen zu reflektieren?

Entstehung der Masse und Fall des Individuums.

Wie hat sich die Kategorie des Individuums, angesichts des atomisierten Lebens in den Großstädten, verändert und wie kann sie heute in Bezug zum Begriff der „Masse“ gesetzt werden? Bringen Krieg und Revolution neue Beziehungen des Individuums zu sich selbst und zum Kollektiv hervor? Können wir bestimmte psychologische Aspekte erkennen, um die autoritären Tendenzen, die sich manchmal in kollektiven Projekten abzeichnen, besser zu überwinden? Oder ist im Gegenteil die Psychologie letztendlich eine ungeeignete Perspektive, um diese Fragen anzugehen?

Revolutionäre, faschistische Massen und Regierung der Massen.

Die Entstehung der Masse in der Moderne war immer von einer gewissen Zweideutigkeit ihrer Darstellung begleitet. Die Masse erscheint gleichzeitig als Subjekt der Geschichte und als Objekt der Sozialwissenschaften. Wie hat sich die Darstellung der Masse seitdem entwickelt? Welche Veränderungen in der Gestaltung der Masse sind im Zeitalter der sozialen Netzwerke und des Individualismus zu erkennen? Ermutigt werden historische und soziologische Ansätze, die historische Ereignisse zum Gegenstand machen, um die daraus hervorgehenden Figuren der Masse und des Individuums herauszuarbeiten.

***

Vergleichende Studien, synchron oder diachron, sind willkommen. Die Beiträge könnten auch metatheoretisch orientiert sein und untersuchen, wie die Begriffe „Masse“, „Menge“, „Volk“ und/oder „Individuum“ von verschiedenen Disziplinen verwendet werden.

Beiträge (für einen 30-minütigen Vortrag) können von Masterstudent*innen, Doktorand*innen und Postdoktorand*innen vorgeschlagen werden. Sie können auf Französisch, Deutsch oder Englisch verfasst werden. Bitte senden Sie ein Abstract von 300 Wörtern und eine kurze biographische Notiz bis zum 31. Oktober 2020 an folgende E-Mail Adresse: jfmasseindividu@gmail.com.

Die Reise- und Unterbringungskosten für die gesamte Dauer der Konferenz werden vom Marc Bloch Zentrum übernommen. Reisekosten aus anderen Kontinenten können bis zu einem bestimmten Betrag erstattet werden.

Organisation: Y asmin Afshar (Humboldt-Universität/Marc Bloch Zentrum), Nicolas Lema (Université Paris 1), Sara Minelli (Universität Kiel/Marc Bloch Zentrum), Ernesto Ruiz-Eldredge (Université de Poitiers/Goethe-Universität Frankfurt).

Wissenschaftliches Komitee: Paula Diehl (CAU Universität Kiel), Irina Feldman (Middlebury College), Katia Genel (Université Paris 1/Marc Bloch Zentrum), Christoph Menke (Goethe- Universität Frankfurt).


Kontakt :

Yasmin Afshar Fernandes Abdollahyan
yasmin.afshar  ( at )  cmb.hu-berlin.de


Dokumente
 ...
11.08.20 (07:17:04)

 ...
11.08.20 (07:17:04)

 ...
11.08.20 (07:17:04)